Unter Konsum werden alle Güter und Dienstleistungen zusammengefasst, die nicht bereits durch die anderen Bereiche abgedeckt sind. Relevante Güterkategorien im Bereich Konsum sind z. B. Kleidung, Elektrogeräte und Wohnungseinrichtungen. Konsum beinhaltet aber auch die Nutzung von Dienstleistungen wie Hotelübernachtungen, Kulturveranstaltungen und Spitalbesuche.
Die konsumbedingten THG-Emissionen fallen fast ausschliesslich ausserhalb der Stadtgrenze an, da sich die Produktionsstandorte und Lieferketten weltweit verteilen. Rund zwei Drittel der Konsumemissionen werden durch die Herstellung der konsumierten Güter verursacht. Der verbleibende Drittel geht auf die erbrachten Dienstleistungen zurück.
Relevantes Konsumverhalten
Das Konsumverhalten der Stadtbevölkerung ist relevant für die Erreichung der Klimaziele. Durch die nur langsam voranschreitenden Veränderungen in den Produktionsbedingungen gilt dies umso mehr. Ein wichtiger Treiber im Konsumverhalten ist die Kaufkraft der Konsument*innen. Sie entscheidet massgeblich über Art und Menge der konsumierten Güter. Aus dem hohen Durchschnittseinkommen der Stadtzürcher Bevölkerung im Vergleich zur Gesamtschweiz oder zum Kanton folgen somit höhere konsumbedingte THG-Emissionen. Wichtig sind deshalb Massnahmen, die ein klimafreundliches Konsumverhalten begünstigen.
Kreislaufwirtschaft und neue Geschäftsmodelle spielen eine zentrale Rolle
So spielen Geschäftsmodelle, welche das Produktdesign auf Reparaturfähigkeit und Langlebigkeit ausrichten und systematisch kreislauffähige Materialien verwenden eine zentrale Rolle. Dabei geht es um die Entwicklung eines nachhaltigen Angebots, um die intensivierte Nutzung von Gütern (Teilen, Mieten), die Verlängerung der Lebensdauer von Produkten (Weiterverkauf, Reparatur) oder die Weiterverwendung noch brauchbarer Teile. Die Stadt Zürich hat dazu mit «Circular Zürich» als erste Schweizer Stadt eine Kreislaufwirtschaftsstrategie verabschiedet.
Reduktionsziele sind vorhanden, Massnahmen bleiben bisher aber häufig vage
Eine Reduktion der THG-Emissionen ist bei Konsumgütern wie der Bekleidung, bei Möbeln und bei Elektrogeräten zu erwarten. Treiber hierfür sind u. a. die Elektrifizierung und Effizienzgewinne in der Produktion sowie ein Wechsel hin zu alternativen Materialien. Dazu bestehen teils ambitionierte Reduktionsziele von Unternehmen. Diese haben aber meist das Zieljahr 2050 – also zu spät für Zürichs 2040 Klimaziel – und sind oft noch ohne ausreichende Klarheit zur Realisierbarkeit der notwendigen Massnahmen.
Auswertungen zur internationalen Klimapolitik zeigen, dass die aktuellen Bestrebungen und nationalen Rahmenbedingungen in wichtigen Produktionsländern wie China, Türkei, Südkorea und Vietnam bisher nicht ambitioniert genug sind, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.
